Im Jahr 2016 wurden im Cleft-Zentrum Niamey 174 Operationen durchgeführt und somit 174 Kindern ein neues Leben ermöglicht.

 
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Das Cleft-Zentrum in Niamey wurde 2011 fertig gestellt. Es entstand aus einer Kooperation mit dem Verein «Hilfsaktion Noma», welcher 1994 von Frau Ute Winkler-Stumpf gegründet wurde. Dieser ist fokussiert auf die Behandlung von Nomapatienten und die damit einhergehenden präventiven Massnahmen. Frau Winkler-Stumpf stellte uns einen Teil ihres Gebäudekomplexes zur Verfügung, welchen wir zur Durchführung unserer Operationen nutzen können. 

 
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Die Ärzte werden bei unserem Projektpartner CCI in Indien ausgebildet

 

Es wurden drei nigrische Zahnärzte für einen Zeitraum von sechs Monaten in die Cleft-Zentren unseres Kooperationspartners Cleft-Children International CCI nach Indien geschickt und dort ausgebildet: zwei Männer und eine Frau. Nach ihrer Rückkehr begannen die Behandlungen in unseren Cleft-Zentren in Niamey sowie in Diffa, wo wir eine Kooperation mit dem dortigen Nationalkrankenhaus eingingen. 2014 wurden drei weitere Ärzte zur Ausbildung nach Indien geschickt. Zwei davon bilden das Team, welches seit 2015 unser Cleft-Zentrum in Zinder führt; hier gibt es eine Kooperation mit dem «Centro-Bucco dentaire de Zinder». Die dritte Ärztin unterstützt das Team in Niamey. Ein weiterer Arzt ist Ende April 2017 für sechs Monate nach Indien gereist, um nach seiner Rückkehr das Team in Zinder zu unterstützen. 

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"Die grosse Reise der Cleft-Patienten lohnt sich!"

— DR. H.C. ERIKA SAILER, STIFTUNGSPRÄSIDENTIN

 
 

Die Kinder, welche im Cleft-Zentrum in Niamey ankommen, sind fast alle zum ersten Mal in der Hauptstadt. Oft kommen sie mit ihren Eltern oder zumindest einem Elternteil aus weit entlegenen Gegenden und haben lange Reisen oder sogar Fussmärsche hinter sich. 

 
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In einem ausführlichen Gespräch werden ihre persönlichen Daten aufgenommen, und sie werden darüber informiert, was sie im Rahmen der Behandlung erwartet. Je nach Ausprägung der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte können das neben der Operation auch jetzt schon absehbare kieferorthopädische oder sprachtherapeutische Massnahmen sein. 

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Ein Kinderarzt untersucht, ob die allgemeine physische Verfassung des Kindes eine Operation zulässt. Er prüft Gewicht, Ernährungszustand, eventuelle Schäden durch Kinderkrankheiten und lässt ein Blutbild erstellen. Säuglinge müssen mindestens ein Gewicht von fünf Kilogramm erreicht haben, bevor eine Operation in Frage kommt. Scheint den Ärzten nur einer dieser Faktoren nicht ausreichend gegeben, muss der Eingriff verschoben werden. Ansonsten stehen für den kleinen Patienten jetzt zwei Chirurgen, zwei Anästhesisten, eine OP- und eine Krankenschwester zur Verfügung. 

 
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Wenn sie nach zwei, drei Wochen wieder in ihre Dörfer zurückkehren, können sie sich sicher sein, dass von einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte bald nichts mehr zu sehen sein wird. Und sie können von sich sagen, sie seien in der Hauptstadt gewesen. Wer war das schon. Neben den Kindern werden selbstverständlich auch Jugendliche und Erwachsene behandelt.