Das Cleft-Zentrum Diffa liegt im Osten von Niger, an einem Ort, der selbst für nigrische Verhältnisse von Hoffnungslosigkeit geprägt ist.

 
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Eine Stadt ohne Verwaltung, nur noch das Militär ist hier

 

Wer nach Diffa kommt, erlebt den Niger in all seiner Armut. Die Stadt, deren Einwohnerzahl sich seit Ende der 70er Jahre mehr als verzehnfacht hat, spiegelt geradezu exemplarisch die Probleme des westafrikanischen Staates wider: Hunger, Armut, Dürre und eine hohe Kindersterblichkeitsrate. Vom Nachbarland Nigeria trennt den Ort nur der Fluss Komadugu Yobe. Sein Wasser ist hart umkämpft. Beide Staaten erheben Anspruch auf die Nutzung, denn für den Anbau von Getreide, vor allem aber von roter Paprika, die von hier aus in alle Regionen des Landes, sogar bis in die Hauptstadt Niamey geliefert werden, ist er unentbehrlich. Abgesehen vom Fluss gibt es hier gar nichts, nur unwirtlichen Busch und Wüste. Und die Zahl der Einwohner Diffas steigt und steigt. Eine Stadt ohne Verwaltung, nur noch das Militär ist hier. Strassensperren, Kontrollen, ein rauer Ton herrscht, und ab 18 Uhr Ausgangssperre.

 

Hunger, Dürre, Armut und hohe Kinderstreblichkeit prägen Diffa

 

In diesem Ort, der selbst für nigrische Verhältnisse von Hoffnungslosigkeit geprägt ist, haben wir in Kooperation mit dem ansässigen Spital CHR Diffa 2012 unser zweites Cleft-Zentrum im Land aufgebaut. Eine Perspektive nicht nur für die Kinder, die dort operiert werden können, sondern tatsächlich für alle, die an der Entstehung und Entwicklung des Projekts beteiligt sind. Das trifft für die Angestellten des Krankenhauses genauso zu wie für die Mitarbeiter der "Campaner Foundation" eine Organisation, die dabei hilft, die umliegende Bevölkerung auf das neue Zentrum und die Möglichkeit kostenloser Cleft-Operationen aufmerksam zu machen.

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Neue Perspektiven für alle Beteiligten

Von überall her werden den Ärzten Enthusiasmus und Anerkennung entgegengebracht. Und, so befremdlich es klingt, seitens der Patienten auch immer ein ungläubiges Staunen darüber, dass die behandelnden Ärzte Schwarze sind. Dass es tatsächlich Nigrer gibt, die eine Ausbildung haben, die sie qualifiziert, komplizierte Operationen durchzuführen. Denn Hilfe haben viele Menschen hier bislang, wenn überhaupt, nur von ausländischen, meist europäischen Hilfsorganisationen und deren direkten Mitarbeitern erfahren. Allein schon den Aufbau des Zentrums erlebten die Menschen in Diffa so als Aufbau einer neuen Perspektive. Und heute werden hier jährlich über 70 Kinder operiert und medizinisch betreut.

 
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