Wir helfen Kindern mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte – damit sie selbstbestimmt und sozial integriert leben können

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Wie wir helfen

 

Die Stiftung Cleft-Kinder-Hilfe Schweiz sieht ihre Aufgabe darin, Kindern und Erwachsenen in Indien und in Niger, die mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte zur Welt gekommen sind, ein selbstbestimmtes und sozial integriertes Leben zu ermöglichen. Deshalb bilden wir, unterstützt von unserem Projektpartner Cleft-Children International CCI, Ärzte aus, die in den von uns errichten Cleft-Zentren, eigenständig Cleft-Operationen durchführen; eine Dienstleistung, die für die Patienten vollumfänglich kostenlos ist.

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Unser Verständnis von konsequenter Hilfe ist in den indischen Städten Hyderabad und Malakkara zu sehen. Dort unterhalten wir zwei Schulprojekte für Cleft-Kinder, in welchen augenblicklich 122 Schüler leben. Sie haben die Möglichkeit, einen staatlich anerkannten Schulabschluss zu machen um anschliessend einen Beruf zu erlernen oder eine Universität zu besuchen – eine Chance, die sie ohne Cleft paradoxerweise nie gehabt hätten. Cleft langfristig zu bekämpfen, ist das Ziel der Cleft-Kinder-Hilfe Schweiz.

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Unsere Ziele für 2018

In den kommenden Monaten wollen wir die Basis unserer Schulprojekte als auch unserer Behandlungszentren stabilisieren. Das klingt als Jahresziel zunächst nicht allzu ambitioniert, in Wirklichkeit ist es jedoch ein wichtiger und notwendiger Schritt, um unsere bisherigen Investitionen zu sichern und zu stärken. Denn die wirtschaftliche und politische Fragilität sowohl Indiens als auch Nigers müssen auch wir in den Projekten auffangen. Ständig zu expandieren, wie wir es in allen vergangenen Jahren getan haben, wäre am Ende gar nicht zielführend.

Also werden wir die Zahl unserer Cleft-Zentren nicht erhöhen – die Zahl unserer Operationen hingegen schon. Wir werden kein neues Schulprojekt in Indien eröffnen – aber im Jahr 2018 mehr Studenten haben als jemals zuvor. Und wir werden einen neuen Standort für unser Cleft-Zentrum in Niamey finden müssen, da die Hilfsaktion Noma, welche uns bisher einen Teil ihrer Infrastruktur kostenlos zur Verfügung gestellt hat, diese nun für die Erweiterung ihrer eigenen Aktivitäten benötigt.

Mit unserem kleinen, eingespielten Team, mit unseren engagierten Mitarbeitern auf drei Kontinenten, in drei Ländern, werden wir das schaffen. Die Cleft-Kinder-Hilfe Schweiz mag eine kleine Organisation sein – organisiert ist sie dennoch bestens. Wir freuen uns auf die Herausforderungen des neuen Jahres und werden, wie bislang, alles tun, um die besten Lösungen dafür zu finden und möglichst vielen Cleft-Kindern Gesundheit und eine selbstbestimmte Zukunft zu ermöglichen.


 

Was Transparenz und Kontrolle für uns bedeuten

Die Stiftung Cleft-Kinder-Hilfe Schweiz unterliegt der Kontrolle durch die Eidgenössische Stiftungsaufsicht. Diese prüft unsere Jahresabschlüsse, bestehend aus Tätigkeitsbericht, Bilanz, Erfolgsrechnung und dem Bericht der Revisionsstelle.
Unsere Projektleiter vor Ort sind wiederum uns gegenüber zu genauester Rechenschaft verpflichtet. Alle Krankengeschichten, Untersuchungsberichte, Röntgenbilder und sonstigen Dokumentationen erfassen sie detailliert und archivieren sie in einer Datenbank, die ihnen von der Stiftung zur Verfügung gestellt und monatlich überprüft wird. Nur wenn diese Daten vollständig sind und keine Unstimmigkeiten aufweisen, werden den Cleft-Zentren respektive Schulprojekten die vereinbarten finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt. So erreichen wir als Stiftung eine maximale Transparenz - nach innen und nach aussen. 

Hier können Sie alle Geschäftsberichte der letzten Jahre als PDF herunter laden:

Geschäfstbericht 2011

Geschäfstbericht 2011

Geschäfstbericht 2012

Geschäfstbericht 2012

Geschäfstbericht 2013

Geschäfstbericht 2013

Geschäfstbericht 2014

Geschäfstbericht 2014

Geschäfstbericht 2015

Geschäfstbericht 2015

Geschäfstbericht 2016

Geschäfstbericht 2016


 

Die Verwendung der Spendeneinnahmen in Prozenten

Die Cleft-Kinder-Hilfe Schweiz ist eine vergleichsweise kleine Stiftung. Unser Personal- und Verwaltungskostenaufwand bewegt sich in einem engen Rahmen. Im Unterscheid zu grossen Stiftungen sind wir viel näher am Geschehen vor Ort, kennen alle Beteiligten persönlich, können jeweils sehr rasch regieren und erreichen mit wenig Mitteleinsatz grösstmögliche Wirkung.
 

 

83 %

Projektaufwand, inkl zweckgebundene Rückstellungen

6 %

Mailing-Produktion und Versand zur Spendenbeschaffung

4 %

Verwaltungskosten, inkl Abschreibungen

7 %

Reingewinn

 


 

Unsere Projektpartner

Für alles, was sich die Cleft-Kinder-Hilfe Schweiz für die Zukunft vorgenommen hat, sind zwei Dinge von grundlegender Bedeutung: die Ausbildung von Ärzten und Fachkräften sowie eine nutzbare Infrastruktur.

 

Cleft-Children International CCI

Beides können wir am effizientesten durch die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen gewährleisten, indem wir auf das zurückgreifen, was sie bereits erreicht haben. Einer unserer wichtigsten Partner in diesem Zusammenhang ist Cleft-Children International CCI, eine Stiftung, welche 2001 von Prof. Dr. Dr. Hermann F. Sailer gegründet wurde. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern mit einem missgebildeten Gesicht ein Lächeln zu schenken und sein Wissen an Ärzte weiterzugeben.

Die Anforderungen an einen Gesichtschirurgen, welche ohnehin eine spezielle Ausbildung und höchste Kompetenz voraussetzen, erhöhen sich bei der Operation von Cleft-Kindern noch um die notwendige Erfahrung mit diesen spezifischen Fehlbildungen. Dank der Projektkooperation mit Cleft-Children International CCI hatten unsere nigrischen Ärzte die Möglichkeit, eine sechsmonatige Zusatzausbildung bei ihren indischen Kollegen zu absolvieren, um von deren Erfahrungen zu profitieren und diese dann in unseren Cleft-Zentren in Niamey, Diffa und Zinder bei der Behandlung nigrischer Kinder anwenden zu können. Für seinen wertvollen Einsatz und die hervorragende Zusammenarbeit sind wir Prof. Dr. Dr. Hermann F. Sailer und seiner Stiftung täglich dankbar.

Neben vielen weiteren freiwilligen Helfern wie beispielsweise den Organisationen UNICEF, Danish Refugee Council oder Oxfam, welche uns in Niger wertvolle Informationen über Cleft-Patienten in abgelegenen Dörfern zukommen lassen, sind drei weitere Projektpartner besonders zu erwähnen.

 

JAF-Foundation

2009 als Privatinitiative von Anke und Jürgen Friedrich gegründet, widmet sie sich vor allem «der Förderung und dem Schutz der Menschenrechte im Sinne der Vereinten Nationen. Minderheiten, Frauen und Mädchen, indigenen Bevölkerungen sowie politisch verfolgten Menschen» will die JAF-Foundation helfen. Durch Bildungsprojekte beispielsweise, durch die Förderung jeder Form von Selbstständigkeit, durch Hilfe zur Selbsthilfe. Auch unser Schulprojekt in Hyderabad hat sie als förderungswürdig anerkannt. So werden 80% der Kosten in Form einer jährlichen Zustifung durch die JAF-Foundation gedeckt. Wir sind dankbar und sehr stolz, dass unsere Arbeit für die Cleft-Kinder von der JAF-Foundation gefördert wird. Denn so trägt unsere gemeinsame Arbeit zum Wachsen eines Projektes bei, das uns gleichermassen am Herzen liegt. Unsere Kooperation zeigt, was möglich ist, wenn Menschen anderen Menschen mit Vertrauen und Humanität begegnen: ein besseres, selbstbestimmtes Leben durch Bildung, eine Chance auch für die, die ohne unsere Hilfe keine hätten.

 

Franz-W. Aumund Stiftung

2006 gegründet, widmet sie sich vor allem der Förderung von Bildungsprojekten - in Deutschland und weltweit. «Bildung und Erziehung junger Menschen», sagt der Rheinberger Unternehmer Franz-W. Aumund über seine Intention, «ist für unsere Gesellschaft die wertvollste Investition in die Zukunft. Viele junge Menschen werden nur durch Unterstützung von aussen Chancen wahrnehmen können, die ihre Bildungskompetenz fördern und sie vor Ausgrenzung und sozialer Ungerechtigkeit bewahren». Die Projekte, die die Franz-W. Aumund Stiftung fördert, sollen vor allem Kindern und jungen Erwachsenen aus benachteiligten Verhältnissen zu einer besseren Zukunft verhelfen. Wir sind dankbar und sehr stolz, dass unser Schulprojekt für Cleft-Kinder in Malakkara dazu gehört. 

 

Smile Train

«Der Zug des Lächelns» wurde 1999 in den USA gegründet. Heute ist die Hilfsorganisation die weltweit grösste für Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten. Direkt vor Ort, da, wo Hilfe am allernötigsten ist, bildet Smile Train Ärzte aus, die dann die Patienten in ihren Gemeinden selbstständig operieren können. Die Gemeinsamkeit seines Anspruchs mit dem der Cleft-Kinder-Hilfe Schweiz liegt auf der Hand: Ganzheitlich und umfassend soll die Hilfe für die Kinder sein, damit sie richtig essen, atmen und sprechen können. Und gleichzeitig so nachhaltig, dass sie nicht nur eine Hilfe für die Kinder selbst ist, sondern auch für die Ärzte, die bei uns langfristig eine Anstellung finden und so ihre Familien ernähren können. Unser gemeinsamer Anspruch ist es, einem Spaltkind die gleichen Chancen zu ermöglichen wie einem Kind ohne Spalte. Deshalb sind wir dankbar und sehr stolz, Smile Train als Projektpartner an unserer Seite zu wissen.


 

Unser Team

 

Dr. h.c. Erika Sailer

Gründerin & Stiftungsratspräsidentin
 

Seit vielen Jahren engagiert sie sich unermüdlich für Cleft-Kinder in Indien und Niger: Dr. h.c. Erika Sailer. Sie sorgt dafür, dass Cleft-Kinder operiert werden und zur Schule gehen können – und eines Tages ein gutes, selbstbestimmtes Leben führen. Und mit einem kleinen Jungen namens Ranga fing alles an: Auf ihren Reisen durch Indien begegnete Erika Sailer, damals noch in der Textilbranche erfolgreich, erstmals Menschen mit Cleft. Sie gehören zu Indiens Ärmsten – zur materiellen Not kommt die gesellschaftliche Ausgrenzung hinzu, die Ablehnung von Freunden und Familie. Ihr Schicksal liess sie nicht mehr los.

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Als sie eines Tages den kleinen Ranga traf, einen elfjährigen Jungen mit Cleft, beschloss sie, ihm durch eine finanzierte Operation in Zürich zu helfen. Einen Teil der Kosten konnte sie durch Spenden sammeln, doch die grösste Summe bezahlte sie selbst. Professor Sailer von der Notwendigkeit einer Operation zu überzeugen, war noch der leichteste Teil ihrer Aufgabe – wirklich kompliziert war es, die behördlichen Genehmigungen zu bekommen und Rangas Ausreise zu organisieren. Doch Erika Sailer war zäh, stellte monatelang Anträge und sammelte währenddessen Spenden für Rangas Operation. Und schliesslich setzte sie sich auch durch: Ranga konnte in Zürich operiert werden.

Und tatsächlich: Schon nach wenigen Tagen konnte Ranga selbst im Spiegel das Ergebnis sehen – und sein Glück kaum fassen. Die Spalte, die sein ganzes bisheriges Leben bestimmt und ihn in seinem Umfeld zu einem Aussenseiter gemacht hatte – sie war nicht mehr da. Zaghaft versuchte er ein Lächeln. Und es gelang. Durch ihn sind viele Menschen in der Schweiz auf das Schicksal der Cleft-Kinder aufmerksam geworden, durch ihn kamen Hilfsprojekte ins Rollen, die bis heute erfolgreich arbeiten. Und so war Ranga das erste Kind, dem Erika Sailer durch ihr grossartiges Engagement und die Cleft-Operation, die sie organisierte, helfen konnte. Das erste vieler tausend Leben, das sich durch sie und ihr Team zum Guten wenden sollte.

 
 

Katharina Bode

Geschäftsführerin
 

Sie führt die täglichen Geschäfte der Cleft-Kinder-Hilfe Schweiz: Katharina Bode organisiert als Geschäftsführerin der Hilfsorganisation alles - von der Finanzierung der Cleft-Zentren im afrikanischen Niger und der Schulprojekte in Indien bis zur Erstellung der Jahresberichte. Was nach viel Arbeit am Schreibtisch klingt, ist es auch. Behördliche Genehmigungen müssen eingeholt, Briefe übersetzt und beantwortet werden. Es muss über tausende Kilometer hinweg Personal eingestellt und ausgebildet werden, Zusammenarbeit und Vertrauen müssen da wachsen, wo es manchmal sogar schwierig ist, eine telefonische Verbindung herzustellen, von sprachlichen Barrieren und unterschiedlichen Mentalitäten einmal ganz abgesehen. Was tut man, wenn man erfährt, dass die neue Klinik zwar gebaut werden kann, aber nur, wenn einer der fünf Könige des Niger seine Zustimmung gibt? Was, wenn es da, wo ein Cleft-Zentrum entstehen soll, überhaupt keinen Strom gibt, kein Wasser? Wie verhandelt man über Mietpreise in einer westafrikanischen Hauptstadt? Und wo findet man in Indien eine Erzieherin, der man bedenkenlos 81 Kinder anvertraut?

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Allein am Schreibtisch ist das nicht zu erledigen. Deshalb verbringt Katharina Bode einen Teil des Jahres vor Ort, bei den Menschen, die ihr am meisten am Herzen liegen. Bei denen, die ihre Hilfe brauchen. Denn ihnen könnte sie nicht helfen, wenn sie nicht wüsste, was sie bewegt: In welchen Hütten sie leben, wie ihre Kinder aufwachsen, woran sie glauben. Wie es in den Städten riecht, in den nigrischen Dörfern, den indischen Slums. Sie könnte ihnen nicht helfen, wenn sie nicht probiert hätte, ein paar Wörter auf Hausa und Hindi nachzusprechen, wenn sie nicht Reis mit den Händen gegessen hätte und das magere, getrocknete Fleisch, das an den staubigen Strassen Nigers verkauft wird.

Und so ist sie beides: im Büro und unterwegs, ständig. Sie improvisiert, löst Probleme, von denen sie eben noch nicht ahnte, dass es sie gibt, überwindet Hürden und gibt Menschen Hoffnung. Sie überschreitet Grenzen, geographische und menschliche, und manchmal auch ihre eigenen. Aber so ist das eben, sagt sie dann: Es ist unmöglich, den Menschen mit Cleft nicht zu helfen, also helfen wir ihnen. Mit aller Kraft, mit ganzem Herzen, jeden Tag. Und dann macht sie einfach weiter.