Cleft-Schule Hyderabad

Schulbildung in Indien - Vergeudung oder Investition

Indien ist das Land mit den meisten Analphabeten auf der Welt. Es bestehen grosse regionale Unterschiede, was den Schulbesuch von Mädchen und von Kindern unterprivilegierter Klassen betrifft. „Die Ausbildung einer Tochter“, sagt man in Indien, „ist wie Säen in das Feld des Nachbarn.“ Schulbildung muss sich also für die ganze Familie auszahlen. Tut sie das nicht, ist es besser, wenn die Kinder arbeiten statt lernen. Die Schulen sind zudem sehr schlecht ausgestattet. Die Hälfte aller Grundschulen hat so gut wie keinen Zugang zu Büchern oder anderen Unterrichtsmaterialien. Die Klassen sind gross. Auf einen Lehrer kommen mehr als fünfzig Schüler. Schlimmer aber ist die Arbeitsmoral: Bei landesweiten Stichproben wurde nur die Hälfte aller Lehrer unterrichtend angetroffen. Ein Drittel der eingeschulten Kinder verlässt nach der fünften Klasse die Schule, weitere 50% nach der achten. Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind gering. Wenn Schulbildung also ein seltenes und teures Gut ist, lohnt sie sich aus Sicht der Eltern für Cleft-Kinder (sofern es ihre sprachliche Entwicklung überhaupt zuliesse) schon gar nicht. Um das zu ändern, ist dem Cleft-Zentrum in Hyderabad eine Schule angeschlossen, in der derzeit dreissig Kinder kostenlos lernen und die Chance haben, sie mit einem staatlich anerkannten Abschluss zu verlassen, der sie dann qualifiziert, einen Beruf zu erlernen. So setzt die Cleft-Kinder-Hilfe Schweiz in Hyderabad ihre Vorstellung von umfassender Hilfe und Nachhaltigkeit um. Wir begleiten die Kinder so lange, bis sie nicht nur gesund, sondern vollkommen gesellschaftlich integriert sind. Und wir wünschen uns, dass das bald auch an anderen Standorten möglich sein wird.
 

Unser Ziel

Die Cleft-Kinder-Hilfe Schweiz hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern im Niger und in Indien, die mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte zur Welt gekommen sind, ein gutes und
sozial integriertes Leben zu ermöglichen. Dabei geht es um die Behandlung der Krankheit, um die Erforschung ihrer Ursachen und die Weiterentwicklung von Therapien.
Es geht um Bildung, Aufklärung und gesellschaftliche Akzeptanz. Und es geht darum, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Damit Cleft behandelt wird, nicht verschwiegen.